Wissenswerte Tipps zum Widerruf bei Darlehen

Zum Abschluss eines Darlehensvertrags kommt es, wenn ein Verbraucher bei einem Kreditinstitut ein Darlehen aufnimmt. Dieser Vertrag ist wie alle Verträge bindend und ein einseitiges Auflösen durch eine Vertragspartei ist nicht ohne Weiteres möglich. Allerdings haben Verbraucher in Deutschland die Möglichkeit, den Vertragsabschluss zu widerrufen (Widerrufsrecht). Für einen wirksamen Widerruf bei Darlehen gelten jedoch bestimmte Bedingungen. Was Sie über den Ausstieg aus Darlehen wissen müssen, erfahren Sie hier.

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Für welche Darlehen gibt es ein Widerrufsrecht?

Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) haben Verbraucher grundsätzlich das Recht, Darlehensverträge zu widerrufen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Darlehen nicht im Rahmen einer gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit, sondern aus privaten Gründen abgeschlossen wurde. Es gibt jedoch Ausnahmen, die einen Widerruf bei Darlehen ausschließen. Hierzu gehören Kredite, die eine Laufzeit von bis zu drei Monaten haben oder Darlehenssummen von weniger als 200 Euro. Auch Pfandkredite oder Kredite von Arbeitgebern gehören zu den Ausnahmen, die keinen Widerruf bei Krediten erlauben. Gleiches gilt für Förderdarlehen, deren Vergabe an sehr günstige Konditionen geknüpft ist.

Das müssen Sie bei einem Widerruf bei Darlehen beachten

Für den Widerruf bei Darlehen bedarf es weder einer Begründung noch eines bestimmten offiziellen Formats. Wichtig ist, dass der Widerruf für den Kredit nicht mündlich oder telefonisch, sondern schriftlich erfolgt. Der Verbraucher hat die Wahl, seinen Widerruf per Brief, Fax oder E-Mail zu versenden. Allerdings lautet der Rat von Finanzexperten, den Widerruf Ihres Darlehens (und allen anderen wichtigen Vertragsangelegenheiten) per Post als Einschreiben mit Rückschein abzuschicken. So liegt Ihnen im Zweifelsfall ein schriftlicher Beleg vor, dass Sie den Widerruf bei Darlehen fristgerecht eingereicht haben. Der Poststempel dient hier als Nachweis für das Einhalten der Widerrufsfrist. Das Eingangsdatum bei dem Empfänger ist irrelevant..

Achtung: Fristen einhalten!

Ein Widerruf bei Darlehen kann nicht zu jeder Zeit erfolgen, sondern muss die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen einhalten. Die Widerrufsfrist für Kreditverträge beträgt 14 Tage und beginnt mit dem Tag, an dem der Kreditnehmer den Kreditvertrag erhält. Sie kann sich auf 30 Tage verlängern, wenn der Vertrag unvollständig ist. Dies ist der Fall, wenn wichtige Angaben wie Kreditsumme, Laufzeit oder Höhe des Zinssatzes fehlen. Die gesetzliche Widerrufsfrist ist eine Art Mindest-Frist. Ein Kreditinstitut kann sie freiwillig verlängern. Einige Banken bieten deshalb generell ein 30-tägiges Widerrufsrecht und nutzen den verlängerten Widerruf bei Darlehen zu Werbezwecken. Manchmal koppeln Kreditanbieter das Widerrufsrecht an eine Art

jedoch kann das Darlehen trotzdem widerrufen werden

Der Widerruf bei Darlehen unterliegt bestimmter Fristen

Preisgarantie: Sie versprechen ihren Kunden einen sofortigen Widerruf des Vertrages, falls diese während der Widerrufsfrist ein vergleichbares Kreditangebot mit besseren Konditionen finden. Andere Banken möchten ihre Kunden nicht wegen eines günstigeren Angebots verlieren und versuchen den Widerruf  zu verhindern, indem sie ihre Konditionen nachträglich anpassen. Eine Senkung der Zinsen ist ein beliebtes Vorgehen, um Kunden von einem Widerruf bei Darlehen abzuhalten.

Wichtig: Korrekte Widerrufsbelehrung

Banken sind laut Gesetz verpflichtet, den Kreditnehmer beim Abschluss eines Darlehensvertrages über sein Widerrufsrecht zu informieren. Für diese Widerrufsbelehrung gelten strenge Regeln: Sie muss in jedem Vertrag abgehoben vom restlichen Vertragstext stehen, sodass sie deutlich erkennbar ist. Sie darf sich nicht im Kleingedruckten verstecken. Die Widerrufsbelehrung muss darüber hinaus eindeutig formuliert sein und alle gesetzlich vorgeschriebenen Informationen enthalten. Dazu gehören die Nennung des Widerruf-Empfängers und die Rechtsfolgen, die ein Widerruf bei Darlehen mit sich bringt. Fehlen diese Informationen ganz oder teilweise oder ist die Belehrung missverständlich formuliert, entfällt die Widerrufsfrist. Kreditnehmer haben in diesen Fällen das Recht, den Vertrag zu widerrufen, unabhängig davon, wie lange der Vertragsabschluss her ist. Handelt es sich um einen Widerruf , die seit einiger Zeit laufen, muss die noch offene Kreditschuld beglichen werden. Die Bank ist aber nicht berechtigt, eine Vorfälligkeitsentschädigung für die durch die vorzeitige Vertragsauflösung entgangenen Zinsen zu verlangen.

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Übrigens: Nach Auskunft der deutschen Verbraucherzentralen und anderer Organisationen kommen fehlerhafte oder unvollständige Widerrufsbelehrungen in der Praxis sehr häufig vor. Es ist von Tausenden fehlerhaften Widerrufsbelehrungen die Rede, bei Immobilienkrediten soll sich der Anteil fehlerhafter Widerrufsbelehrungen auf bis zu 80 Prozent belaufen. Es kann sich lohnen, den eigenen Vertrag daraufhin zu überprüfen und gegebenenfalls vom Recht auf Widerruf bei Darlehen Gebrauch zu machen.

Wenn der Widerruf bei Darlehen erfolgt ist

Ist der Widerruf bei Darlehen fristgerecht erfolgt, kommt es zu einer Rückabwicklung des Vertrages. Der Vertrag ist damit nichtig, als hätte es ihn nie gegeben. Alle Vertragsparteien sind dann von ihren vertraglich vereinbarten Pflichten entbunden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kreditsumme noch nicht ausbezahlt wurde. Hat der Kreditnehmer die Darlehenssumme bereits erhalten, muss er diese innerhalb von 30 Tagen nach dem erfolgten Widerruf  an das Kreditinstitut zurückzahlen. Die Bank ist berechtigt, bei einem Widerruf bei Krediten für den Zeitraum zwischen Auszahlung und Widerruf/Rückzahlung Zinsen in der vertraglich vereinbarten Höhe zu fordern. Nicht alle Banken bestehen auf dieses Recht. Im Einzelfall gibt der Kreditvertrag (unter dem Punkt „Widerrufsfolgen“) Auskunft darüber, wie die jeweilige Bank mit Zinsforderungen im Falle Widerruf bei Darlehen umgeht. Eine besondere Gebühr für die Rückabwicklung des Vertrages dürfen die Banken nach einem Ausstieg bzw. Widerruf des Darlehen nicht erheben.

Nach verstrichener Widerrufsfrist: Vertragsauflösung durch Kündigung

Ist die Widerrufsfrist verstrichen und die Widerrufsbelehrung im Vertrag korrekt, besteht keine Möglichkeit mehr auf einen Widerruf. Wer seinen Kreditvertrag dennoch vorzeitig auflösen will, hat nur die Möglichkeit ihn zu kündigen. Sie kann zu jedem Zeitpunkt während der Kreditlaufzeit erfolgen, dabei ist jedoch stets die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist einzuhalten. Bei Kreditverträgen, die nach dem 11. Juni 2010 abgeschlossen wurden, beträgt sie in der Regel bis zu vier Wochen. Ältere Verträge sehen eine dreimonatige Kündigungsfrist vor. Anders als bei einem Widerruf bei Darlehen darf die Bank bei einer Kündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Sie soll die Bank für die Zinsen entschädigen, die ihr durch das vorzeitige Laufzeitende entgehen.